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Urwälder - Mit einem Wisch ist alles weg 12.09.2008

Ob Toilettenpapier, Einweg-Taschentü-cher oder Küchen-rolle: Die Deutschen verbrauchen pro Kopf und Jahr 15 Kilogramm Hygienepapier – und tragen damit zur Zerstörung der letzten Urwälder bei. Riesige Tropenwaldflächen werden gefällt, um in deut-schen Klos und Mülleimern zu enden.  Zum „Tag der Tropenwälder“ am 14. September fordert die Arten-schutzorganisation Pro Wildlife die Verbraucher auf, auf Recyclingpapier umzusteigen: „Nur wenn die Kunden nach Recycling-Produkten fragen, werden Kaufhäuser und Drogeriemärkte diese auch anbieten“, sagt Jana Rudnick, Waldexpertin von Pro Wildlife.

Allein 2,5 Milliarden Klopapierrollen werden jährlich durch deutsche Toiletten gespült, dazu kommen zahllose Papiertaschentücher, Küchenrollen und Einweghandtü-cher. „Kaum jemand ist sich bewusst, dass für Küchen-rolle und Co im großen Stil Tropenwälder abgeholzt werden“, so Rudnick.  

„Blauer Engel“ für grüne Haushalte
Für Küchenrollen, Einweghandtücher und Papiertaschen-tücher gibt es waschbare und immer wieder verwendbare Alternativen aus Stoff, für Toilettenpapier gilt: „Hände weg von blütenweißen Frischfaserprodukten! Der „Blaue Engel“ oder das Label „Ökopa Plus“ sind eine gute Orientierungshilfe, welche Produkte aus 100 Prozent Altpapier bestehen. Hinweise wie „chlorfrei gebleicht“ oder „holzfrei“ sind dagegen unzureichend: Denn auch für diese Produkte werden Bäume gefällt. 

Hersteller sind gefordert
Nicht nur die Konsumenten sind in der Verantwortung, sondern auch die Produzenten: „Wir fordern die Herstel-ler von Hygienepapieren auf, die Marktanteile für Recyclingprodukte zu steigern und die Nachfrage nach diesen Produkten durch gezielte Werbung zu erhöhen: Wer Wälder schützt, schützt auch das Klima – und das ist in unser aller Interesse“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.

Über Pro Wildlife:
Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräu-me einsetzt. Weltweit unterstützt Pro Wildlife Artenschutz-projekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wild-tierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen teil, um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern.

Quelle Text: Pro Wildlife e.V., München

Quelle Bild: Bruno-Manser-Fonds