www.sh-energie.de

Sonnenhaus-Idee begeistert Baufachleute: über 50 Prozent Solarwärme 29.12.2007

Insgesamt über 120 Teilnehmer nahmen das Angebot des Straubinger Sonnenhaus-Instituts e.V. an. Georg Dasch, Architekt und Instituts-Gründer, ist glücklich über den erfolgreichen Jahresverlauf. Denn je mehr Fachleute wüßten, wie sich Wohn- und Firmengebäude ganzjährig zu über 50 Prozent mit Solarwärme versorgen lassen, umso mehr dieser echten Sonnenhäuser entstünden. Um zu zeigen, wie ein Sonnenhaus funktioniert, war der Ver-anstaltungsort des jüngsten Seminars optimal gewählt: Das nagelneue, fast 100 Meter lange Gebäude der Krauss AG im fränkischen Merkendorf nahe dem Brombachsee ist nach dem Sonnenhaus-Prinzip errichtet. Gerade die in den sehr steil stehenden, großen Südflächen der beiden Gebäudeflügel integrierten Solarkollektoren sind für Sonnenhäuser typisch: Die großen Absorberflächen sind darauf ausgelegt, vor allem in der Übergangszeit und im Winter optimal zu arbeiten; sie sollen möglichst viel von der dann in geringerer Menge eingestrahlten Sonnen-energie einfangen.

Große Solar-Speicher sammeln Wärme für den Winter

Im Sommer hingegen liefert die Sonne Wärme im Überfluss: Diese sammelt sich in großen Solar-Speichern für die Heizperiode. Das Konzept dieser Solarspeicher stammt von Josef Jenni aus Burgdorf in der Schweiz: Von dort kommen auch die meisten Speicher für Sonnen-häuser. Inzwischen haben auch Deutsche Speicherher-steller den Markt von Sonnenhäusern entdeckt. Der Unternehmenssitz der Krauss AG reiht sich in die inzwischen Hunderte zählende Menge von Sonnenhäusern ein. Deren Mehrzahl sind jedoch nicht Firmen-, sondern Wohngebäude. Davon besuchen die Seminarteilnehmer in Exkursionen Neubauten ebenso wie "Altbausolari-sierungen", also renovierte Gebäude mit optimaler Sonnennutzung. Das Ziel dieser Vor-Ort-Besuche: Am praktischen Beispiel erleben, welche Architektur und Technik Sonnenhäuser benötigen. Dazu gehört auch, dass die Seminarteilnehmer sich mit den Bewohnern über deren Wohn-Zufriedenheit und die Funktion ihrer Häuser unterhalten können.

Langfristig Geld sparen und die Umwelt schonen

Gerade in Zeiten rasant steigender Preise für Öl, Gas und Strom werde es langsam unbezahlbar, Häuser "konven-tionell" zu beheizen, betont das Sonnenhaus-Institut. Sonnenhäuser hingegen böten nicht nur optimalen Wohn-komfort: Auch die Unterhaltskosten seien konkurrenzlos günstig. Damit seien solche Gebäude mehr als eine Alternative, auch zu Passivhäusern. Außerdem leisteten Sonnenhäuser über Jahrzehnte echte Beiträge zum Klimaschutz, weil sie auf die Verbrennung von Öl, Gas oder Kohle zur Beheizung verzichten. CO2-neutral nachwachsendes Holz liefert die zur Vollversorgung mit Sonnenkraft fehlende Wärmemenge, in hochwertigen und sauberen Stückholz- oder Pelletkesseln gewonnen. "Sonnenkollektoren können heute sehr viel mehr, als nur ein bisschen Brauchwasser zu erwärmen oder die Heizung zu unterstützen. Die Technik ist ausgereift. Vielen Baufachleuten ist das nicht bewusst. Doch sie verpassen hier dreifach Chancen: Für das Klima, für die eigene Auftragslage und für die Kunden", sagt Diplom-ingenieur Peter Rubeck, der Geschäftsführer des Sonnenhaus-Instituts. Rubeck appelliert nicht nur an ökologisch, sondern auch an wirtschaftlich denkende Baufachleute, sich dem Sonnenhaus-Gedanken zu öffnen.

Das nächste Sonnenhaus-Intensivseminar für Architekten, Planer, Energieberater, Handwerker und Interessierte findet statt am 1. und 2. Februar 2008 in Braunschweig.

Quelle Text und Bild sowie weiterführende Informationen: Sonnenhaus-Institut e.V.